Immer mehr Skizzenbuch….

Eigentlich war ich bisher keine Skizzenbuchbetreiberin. Meine Spezialität war wirres Zettelwerk, von dem vieles einfach verloren oder kaputt gegangen ist – oder absichtlich von mir vernichtet wurde. Das war zu Beginn meiner professionellen Zeichenkarriere nicht schlecht, denn mein roher Umgang mit Entwürfen und Zeichnungen half mir, mich sowohl von geliebten Motiven schneller zu verabschieden, wie auch mit meinem Scheitern gnädiger umzugehen. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber in mir tobt beim Zeichnen oft mehr ein Krieg aufgrund der eigenen Unfähigkeit, als der Spaß an der Sache selbst. Hinzu kam, dass eine Professorin aus meiner Zeit des Studiums, Skizzenbücher für Korrekturbesprechungen extrem ärgerlich fand. Man konnte nicht alle Zeichenversuche auf dem Boden ausbreiten und gemeinsam besprechen, so wie sie es gerne tat.
Mir war es recht. Ich hatte kein Interesse, mein Scheitern auch noch zu dokumentieren.
Mein Verständnis davon, was ein Skizzenbuch für mich ist, hat sich in der letzten Zeit entscheidend gewandelt. Nun ist es ein Bereich, indem ich mir alles erlaube: zeichnen, suchen, scheitern, experimentieren, notieren und vor allem Spaß haben.
Ich zeichne so viel für Auftraggeber, unterwerfe mich bestimmten Vorgaben, ändere geliebte Entwürfe, verabschiede mich von eigenen Ideen…
Da ist mein Skizzenbuch schon fast eine Einrichtung des persönlichen Trotzes – niemanden geht es etwas an, was darin geschieht.

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Septembersommer 2016

Braunes Gras und Kieselsteine,
Mückenstiche, Sand im Haar,
barfuß laufen, Schattenhitze
Himmel voll blausonnenklar,

Kurze Hosen, blaue Flecken,
Bienen brummeln, Hummeln dick,
Limo und Melonenecken.
Sonnenmilcheis kleberig.

Zeltgerüche, Kinderbrüllen,
Rufen, Kreischen, Ballgedöns,
Krieg und Frieden, Tage füllen
voller Freiheit, Wunder schön.

Sommer Sonne ungezwungen,
tollkühne Unbekümmertheit.
Freiheit riecht wie Katzenjungen.
Todesmut jagt Lebenszeit.

Lachen füllt die Luft mit Leben
bis der Abend lächelnd schweigt.
ein lauter Ruf, man folgt ergeben,
bis sehnend sich der Morgen zeigt.

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Aviator Nachtrag…

Und da ich auf Vorzeichnungen stehe, will ich sie niemandem vorenthalten.

Die Abweichungen zum ersten Entwurf: Die Arme innerhalb der Kapsel wollten mich nicht so recht überzeugen, die Kapsel war einfach zu klein. Außerdem machte es keinen Sinn, wenn der Oktopus zwar die Raketen mit seinen Armen steuert, die Waffe aber mit einem Joystick im Cockpit. Es musste also ein Lösung her, die dem Raketenantrieb ähnelt. Der letzte Arm hat weder Rakete noch Waffe. Irgendwie muss der Kerl aus seinem Fliegeranzug ja auch wieder rauskommen…

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Porträt – Heath Ledger

Porträts zu malen, auf denen die Modelle genau zu erkennen sind, ist Millimeterarbeit.
Hier ein erstes Werk in schwarz/weiß, vom tollen Heath Ledger, der leider viel zu früh diese Kugel verlassen hat.

Die Tonwerte eines Bildes, also die Abstufungen eines Farbtones von z.B. Weiß zu Schwarz, nehmen mehr Einfluss auf die Lesbarkeit einer Abbildung als die verwendeten Farbtöne.
Ein Motiv erst in schwarz/weiß zu erfassen, die Tonwerte und Licht zu präzisieren, ist eine wichtige Vorarbeit für eine gute Illustration.

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